Sachsen-Anhalt
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Rechtsextremer Terror

Ein Beitrag vom MDR Sachsen-Anhalt

Dreieinhalb Monate sind seit dem Anschlag in Halle vergangen, bei dem ein rechtsextremer Attentäter zwei Menschen tötete und drei weitere verletzte. In der Stadt ist inzwischen weitgehend Alltag eingekehrt. Lediglich der nahende Prozess sorgt noch für größeres Aufsehen. Wann dieser beginnt, ist noch offen.

Neben der juristischen Aufarbeitung läuft im Hintergrund aber auch die therapeutische Betreuung für die Angehörigen, Verletzten und Augenzeugen des Anschlags weiter. Denn einige körperliche und vor allem die psychischen Schäden sind noch längst nicht verheilt. Immerhin: die Betroffenen werden dabei nicht allein gelassen. Von verschiedenen Stellen gibt es Hilfsangebote. [...] 

Trikotversteigerungen und weitere Spenden bringen 31.000 Euro

Genau wie die mobile Opferhilfe berät auch der WEISSE RING die Betroffenen auf vielfältige Weise. Der große Unterschied zwischen beiden ist die Unabhängigkeit von Politik und Wirtschaft. Die mobile Opferberatung ist abhängig von verschiedenen politischen Institutionen und Fördermitteln.  Dagegen genießt der gemeinnützige WEISSE RING eine Sonderstellung, erklärt die Landesvorsitzende Kathrin Schmidt MDR SACHSEN-ANHALT. Deshalb wurden dort auch die Spenden von Firmen, Vereinen und Organisationen sowie von Privatpersonen gebündelt. Auch die Summe, die Halles Profisportvereine durch Trikotversteigerungen und weitere Aktionen sammelten, ging an den WEISSEN RING. Insgesamt  31.000 Euro kamen so zusammen.

Damit wurde unbürokratische Soforthilfe geleistet, erklärte Schmidt. "Darüber hinaus wurde in einer Reihe von Fällen kurzfristig psychologischer Beistand und anwaltliche Beratung ermöglicht. Je nach den Opferbedürfnissen wurden weitere bedarfsgerechte und individuelle Opferhilfen ermöglicht, so Schmidt. Zudem leistet auch der WEISSE RING immaterielle Hilfe, sprich persönlichen Beistand, Betreuung und Beratung. "Die Organisation versteht sich als Lotse im Hilfenetz", sagt Schmidt.

Im Gegensatz zur mobilen Opferhilfe bietet der WEISSE RING aber nicht von sich aus finanzielle Unterstützung an. "Die Auszahlung von Spenden ist unter anderem daran gebunden, dass die finanzielle Zuwendung der Linderung tatbedingter Notlagen dienlich ist. Die Grundlage dafür ist der persönliche Kontakt, dabei werden die individuellen Bedarfe der Opfer eruiert", erläutert die Landesvorsitzende. Heißt also, Geld aus dem Spendentopf bekommt nur, wer danach fragt. Doch der WEISSE RING wirbt offensiv, um seine Hilfsmöglichkeiten bekannt zu machen, damit sich die Betroffenen des Anschlags aber auch andere Opfer von Gewalt generell ermutigt fühlen, das Angebot auch zu nutzen. "Bei uns soll sich niemand als Bittsteller fühlen", sagt Schmidt. "Wir sind da, um zu helfen." Das richtet sich auch an diejenigen, die aktuell womöglich noch keine Hilfe in Anspruch nehmen.

Text: MDR Sachsen-Anhalt

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