Sachsen-Anhalt
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Mehr Sexualdelikte werden angezeigt

In Sachsen-Anhalt werden immer mehr Sexualdelikte angezeigt. Im vergangenen Jahr habe es 1 677 Anzeigen wegen sexueller Gewalt - von Vergewaltigung über sexuelle Nötigung bis zu sexuellem Missbrauch - gegeben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg mit. Das sei eine Steigerung von 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den vorangegangenen Jahren sei ein Plus von 11,5 Prozent und 13 Prozent verzeichnet worden. Ende 2016 war das Sexualstrafrecht verschärft worden - unter dem Stichwort „Nein heißt nein“. Seitdem steht auch sexuelle Belästigung unter Strafe. Laut der Generalstaatsanwaltschaft gab es 2017 landesweit 259 Verfahren wegen des Deliktes. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf 420. Das entspricht einem Plus von 62 Prozent.

Die „MeToo“-Debatte kam 2017 ins Rollen und spielte eine große Rolle in den Medien. Vorfälle in Beziehungen, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz wurden teils anders gewertet als zuvor. Unter dem Hashtag #Me- Too posteten vor allem Frauen in sozialen Netzwerken millionenfach ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen.

Hilfe finden Opfer sexueller Gewalt unter anderem beim WEISSEN RING. Die Organisation steht Betroffenen zur Seite, ob nach einem Wohnungseinbruch, einem Überfall, bei häuslicher Gewalt, Cybermobbing, Stalking oder einer Vergewaltigung. In 50 Fällen habe der WEISSE RING im vergangenen Jahr Opfern von Sexualdelikten geholfen, sagte ein Sprecher. Das seien rund ein Viertel aller bearbeiteten Fälle gewesen, in denen materielle Hilfe geleistet worden sei.

Kerstin Heilmann von der Außenstelle Burgenlandkreis des WEISSEN RINGS sagte, oft kämen die Betroffenen nach der Anzeige bei der Polizei zu den Beraterinnen. Manche zeigten die Taten aber auch nicht an.

„Beistand ist das Wichtigste, vor allem bei Sexualstraftaten“, sagte Heilmann.

Die Betroffenen könnten den Außenstehenden ihre Opferrolle oftmals besser zeigen, das könne innerhalb der Familie oder im Freundeskreis schwieriger sein. Bei ihr landeten vor allem die schweren Fälle wie Vergewaltigungen oder sexueller Missbrauch von Kindern.

Quelle Text: DPA (Volksstimme und Mitteldeutsche Zeitung) vom 31. Mai 2019

Quelle Foto: pixabay/Anemone123